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Erforschung und Vermarktung

1996 nahmen sich Wissenschaftler des Südafrikanischen Forschungsbeirates für Wissenschaft und Industrie (CSIR) der sattmachenden Pflanze an. Sie untersuchten die Wüstenpflanze genauer und isolierten einen Wirkstoffextrakt mit dem Namen P57AS3 (P57). Dieser Hoodia-Wirkstoff ist ein Steroidglykosid, 3-O-[ß-D-thevetopyranosyl-(1->4)-ß-D-cymaropyranosyl-(1-> 4)-ß-D-cymaropyranosyl]-12ß-O-tigloyloxy-14-hydroxy-14ß-pregn-5-en-20-on, welches dem Gehirn stets einen schon ausreichend hohen Blutzuckerspiegel vortäuscht. "P 57" ist damit , wie von drogenorientierten Laien auch einmal vermutet vermutet wurde, kein Opiat und ruft auch keine euphorischen Zustände hervor.

Die Lizenz für die Weiterentwicklung und weltweite Vermarktung des Appetitzüglers wurde im darauffolgenden Jahr an die englische Öko-Pharmafirma Phytopharm verkauft. Eine erste kleine Studie dieser Firma mit 18 Teilnehmern verlief vielversprechend. Der Hoodia-Extrakt konnte offensichtlich ohne Nebenwirkungen das Hungergefühl und die Kalorienaufnahme deutlich reduzieren. Der amerikanische Pharmakonzern Pfizer witterte ein Milliarden-Geschäft und übernahm 2001 für 32 Millionen Dollar die Lizenzrechte.

Die Geschichte um die Hoodia sorgte jedoch ein Jahr später für weltweite Schlagzeilen. Es gelang den afrikanischen Buschmännern unter Mithilfe des terre des hommes-Partner WIMSA, der "Arbeitsgruppe für einheimische Minderheiten im südlichen Afrika" sowie des südafrikanischen WIMSA-Menschenrechtsanwalts Roger Chennels, geringe Gewinnanteile (genau 0,003% des Nettogewinns) an der Vermarktung ihres traditionellen Wissens von Pfizer / Phytopharm einzuklagen. Das wurde international als ein historischer Sieg für eine einheimische Minderheit bewertet. Sobald der Wirkstoff "P 57" auf den Markt käme, sollen die etwa 100.000 noch lebenden Khoi-San Gewinnanteile erhalten. Erneute Schlagzeilen gab es, als der Großkonzern Pfizer unter der offiziellen Erklärung, er löse seine Abteilung für Naturprodukte auf, sich noch im gleichen Jahr aus dem Geschäft zurückzog und seine Lizenzrechte an die kleine englische Firma Phytopharm zurückgab. Diese Firma hat im Dezember 2004 einen Lizenzvertrag und einen Vertrag zur gemeinsamen Erforschung des Hoodia-Kaktus mit dem amerikanischen Nahrungsmittelkonzern Unilever abgeschlossen. Ab 2005 sind weitere Studien zu "P 57" geplant, um dann frühestens 2007 u.a. einen Appetitzügler als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt zu bringen.

Auf Grund der oben beschriebenen Funktion des Wirkstoffs "P 57", der angeblich ebenfalls schon mit Erfolg an Diabetes erkrankten Probanden getestet wurde, erhoffen sich Forscher auch ein neues Produkt für Diabetiker.
diesen Artikel haben wir aus www.wikipedia.de übernommen